Selbstorganisationen der Migranten und ATIF

Der Verein türkischer Arbeitnehmer in Köln und Umgebung war die erste türkische Arbeitnehmerorganisation in Deutschland. Er wurde 1962, wenige Monate nach der Unterzeichnung des Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei ins Leben gerufen. Sie war Vorbild für die Gründung zahlreicher weiterer Arbeitnehmervereine durch türkische Arbeitsmigranten in Deutschland.


1963 erhielt die Organisation als eingetragener Verein Rechtsstatus. Die Vereinssatzung enthielt dabei jedoch nicht ausdrücklich die Übernahme gewerkschaftlicher Funktionen als Aufgabenstellung. Weitere Vereine folgten mit der Zeit.


ATIF, der Veranstalter dieses Kongresses, ist eine der ältesten Föderationen in Deutschland. Sie wurde als Föderation der Studenten aus der Türkei, seitens der Studenten, die in Deutschland Ihr Auslandsstudium absolvierten gegründet. Aus Ihr ging im Jahr 1976 die ATIF, die Föderation der Arbeiter aus der Türkei in Deutschland, hervor.


Ziel hierfür war eine bessere Selbstorganisation für die Arbeiter aus der Türkei in Deutschland zu gewährleisten. Die mit der Arbeitsmigration entstandenen Herausforderungen sozialer, kultureller und politischer Natur und deren Organisierte Bewältigung waren und sind nach wie vor der Motor Ihres Handelns. Das Modell ATIF wurde ein Erfolg, denn aufgrund des Rotationsprinzips, wurde für die Integration und die Gleichberechtigung der Arbeitsmigranten seitens der Bundesregierung nicht viel gemacht wurde. Heute Engagiert sich die ATIF mit Ihren 23 Vereinen Bundesweit im Bereich der Migrationsthematik. Aufgrund des breiten Spektrums an Aufgaben und Herausforderungen einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft, Lassen sich die Aufgabenfelder wie in die Bereiche Soziales, Kultur und Politik unterteilen, wobei in jedem Bereich die jugend- und frauenspezifischen Themen gesondert behandelt werden.